Chaos mit Mina:)

Die Sache mit'm Fahrlehrer

Ich habe im Sommer eine Person kennen gelernt, die nur ein zwei Jahre älter ist als ich. Er ist mein Fahrlehrer, und somit haben wir einige Stunden alleine verbracht und man lernt sich kennen. Anfangs wusste ich nicht, was ich von ihm halten soll. Normalerweise sehe ich einen Menschen und habe einen ersten Eindruck. Bei ihm nicht. Ich wusste nicht ob er mir sympathisch ist oder nicht. Er ist nett und sieht so aus, wie ich, seid gefühlt immer, aussehen wollte: Piercings, Tattoos, Löcher in der Jeans..jedoch habe ich es, dank einem doch relativ konservativen Umfeld, nie richtig getraut aus zu leben und mein Selbstbewusstsein reichte nie aus, um auf die Menschen zu schei*en, was sich jetzt zum Glück gerade ändert, vielleicht auch dank ihm? Als wir unsere Stunden zusammen verbrachten, erfahre ich immer mehr Geschichten über ihn und sein Leben...unglaublich wie viel ein einzelner Mensch aushalten kann. Ich habe vorher schon gehört, dass seine Mutter früh gestorben war, die Person in seiner Familie, die die einzige nicht "hinterhältige" Person zu seinen schien. Seine Ex haben ihn mehrfach betrogen, er hatte einen Arbeitsunfall und sein ganzer Rücken ist vernarbt, was sein Selbstbewusstsein nicht gerade fördert. Hu se fak was für ein wahnsinniges Vertrauen und Mut muss er seinen Ex - Freundinnen aufgebracht haben, um sich vor ihnen, nur im Ansatz, auszuziehen, und verdammt wie kann man so was nicht schätzen?? Er hat eine Krankheit, die, wenn sie ausbricht, ein Leben nicht mehr möglich macht - mehrere Klinikaufenthalte, heftige Medikamente etc. Außerdem hat seine Schwester jahrelang sein Leben so zur Hölle gemacht, dass selbst das Verhältnis zu seinem Vater alles andere als Liebe ist... Sein Vater ist grundsätzlich kein schlechter Mensch, aber mit dem Lieben hat er es nicht so. Sie Arbeiten zusammen und demnach kenne ich auch seinen Vater. Der Vater schafft es nicht zu seinem Sohn einfach mal ernsthaft "danke" zu sagen oder etwas als nicht selbstverständlich hin zu nehmen. Er schafft es nicht, einfach mal Stolz zu sein, auf das was sein Sohn schon alles geleistet hat und ich glaube, dass man gerade Ihm, also dem Sohn, nicht schlimmeres antun kann, als keine Liebe zu schenken..vor allem wenn die eigene, soo geliebte Mutter nicht mehr für einen da sein kann, um Mut zu geben und er einer der liebebedürftigsten Menschen ist, den ich kenne. Ich habe einmal eine „kleine“ Diskussion mitbekommen..ich weiß nicht genau worum es ging, aber es war in der Fahrschule, mit seinem Vater und seiner Stiefmutter (arbeitet auch da). Die Stiefmutter ist sehr neutral und eigentlich ein ziemlich netter Mensch, soweit ich das beurteilen kann. Die Fahrschule war leer und es waren nur die Fahrlehrer dort. Ich kam gerade von Draußen in Richtung Fahrschule und mein Fahrlehrer war total aufgebracht und meinte, dass ich entweder in die Fahrschule gehen soll oder raus (aber Tür zu)...ich habe ihn noch nie so gesehen. Er sah aus, wie ein kleiner Junge der verzweifelt versucht Liebe von seinem Vater zu bekommen und bloß alles richtig zu stellen. Ein Junge der sich für alles die Schuld gibt und der versucht mit Tränen in den Augen zu lächeln, nur um stark rüber zu kommen.. Wenn wir reden, dann kann ich ihn leider nicht angucken und weiß nie genau wie sehr ihn das Thema wirklich belastet..aber er hat mir erzählt, dass er depressiv war, er es irgendwie alleine geschafft hat, er aber auch weiß, dass Zitat: "Die Bombe irgendwann Platzen wird und alles hochkommt" – genau wie bei mir.. Es stand während einer Stunde mal die Frage im Raum, was man später mal machen, bzw. sein möchte, darauf antwortete er mit einem Lachen: "Leben wäre mal nicht schlecht"..ich glaube, dass alleine würde schon alles über ihn sagen. Ich habe ihn noch nie zickig erlebt, er ist einer der loyalsten Personen die ich kenne und stellt immer alles gleich richtig, noch bevor irgendwas missverstanden werden kann - vor allem bei seinem Vater rechtfertigt er sich sehr schnell..muss ja irgendwoher kommen ne. Wenn man ihn so im Alltag sieht, in der Fahrschule mit anderen, dann ist er nie schlecht drauf, wirkt aber sehr „neutral“ oder „professionell“, also klar lacht er, wenn es was zu lachen gibt und er redet 25 h am Tag, aber er ist auch nicht hyperaktiv verrückt drauf. Was er eigentlich ist. Anfangs war er auch bei mir, also während der Fahrstunden im Auto, sehr neutral, hat sehr viel geredet und war zwar an sich an meinen „Geschichten“ interessiert, hat aber nie nachgeharkt etc, ich glaube, weil ich nur seine Fahrschülerin bin und es ziemlich schnell verkehrt aufgenommen werden kann. Was ich sehr gut verstehe, gerade bei Fahrlehrern gibt es ja nicht selten Gerüchte und mich kennt er ja auch nicht. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie er es hin bekommt, dass ich bei ihm nicht nachdenke. Also klar muss icha uf andere Sachen achten, mich auf das Autofahren konzentrieren und ich höre ihm ja auch noch zu (ich und Multitasking...muss man sich auch nicht wundern wenn ich den Bordstein nicht sehe :/...auch ne scheiß Erfindung so was! ), aber ich bin normalerweise eher so der Typ, der, sobald man nur im Ansatz alleine ist, anfängt nach zu denken. Und das auch, wenn eine Gesprächspause ist, oder wenn ich alleine mit ner Freundin etc. bin. Klar unterhalte ich mich dann mit ihr und esse nebenbei oder was auch immer, aber ich komme nie aus diesem „Nachdenkmodus“ heraus. Bei ihm schon, und das irritiert mich wahnsinnig. Mittlerweile, ein halbes Jahr später, ist es ein bisschen entspannter bei uns geworden. Ich rede jetzt auch mal (jej, man glaub es nicht, aber ich habe in 90 min. Fahrstunde vielleicht 10 Sätze gesagt:D) ich denke nicht 5 min. vorher nach, wenn ich was sagen möchte, aus Angst etwas Verkehrtes zu sagen und er entschuldigt sich jetzt nicht übermäßig sobald er mich aus versehen mal berührt, aus Angst, dass ich sonst was von ihm denke, bzw. fragt er mich jetzt auch mal eher etwas. Ich hatte jetzt, aus gesundheitlichen Gründen, eine Fahrpause und mache den dritten (B, BE und T) Führerschein jetzt erst im neuen Jahr weiter. Mittlerweile sind wir, also auch noch ein weiter Fahrschüler, mein Fahrlehrer und ich gute Bekannte geworden und wollen auch demnächst zusammen feiern gehen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mich ihm mehr öffnen soll oder nicht. Er erzählt mir zwar viel und auch mit Sicherheit mit mehr Wahrheit und Blicken, als bei anderen, aber ich weiß auch, dass er 95% jeder zweiten Person erzählen würde, was auch okay ist, aber ob ich dann aus seiner Sicht mich wie eine normale Freundin im anvertrauen kann..ich weiß nicht, ob das nicht noch zu früh ist.. Es gibt soo uuunglaublich viele dinge, die bei ihm genauso oder ähnlich sind wie bei mir, in Sachen umgehen mit Geschehenem und so weiter. Und ich weiß, dass ich mit ihm reden könnte, nur bin ich mir nicht sicher, ob es nicht doch ein bisschen Kindergarten rüber kommt...bei seinen Problemen kann und will ich nicht mithalten.. ich hoffe nur, dass ich ihm irgendwann, irgendwie helfen kann...!!

30.12.14 00:05

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